Die Installation einer Photovoltaikanlage auf einem Dach umfasst weit mehr als die sichere Befestigung der Solarmodule. Jeder Befestigungspunkt, der die Dachhaut durchdringt, muss zwei wesentliche Aufgaben erfüllen: die mechanischen Lasten der Anlage aufnehmen und gleichzeitig die Dichtheit des Daches über dessen gesamte Lebensdauer gewährleisten.
Sind Befestigungselemente, Abdichtungssystem oder Dichtungszubehör nicht geeignet, können Undichtigkeiten entstehen, die mit der Zeit zu Feuchtigkeitsschäden, Korrosion oder Schäden an der Dachdämmung führen.
Die gute Nachricht ist, dass sich diese Probleme vermeiden lassen, wenn von Anfang an ein auf den jeweiligen Dachtyp abgestimmtes Befestigungssystem gewählt und Komponenten eingesetzt werden, die speziell für eine dauerhaft zuverlässige Abdichtung entwickelt wurden.
Warum entstehen Undichtigkeiten bei Photovoltaikanlagen?
Dächer sind so konstruiert, dass Regenwasser sicher abgeleitet wird. Werden jedoch Durchdringungen für die Montage einer Photovoltaik-Unterkonstruktion vorgenommen, muss die Wasserdichtigkeit des Daches mit speziell dafür entwickelten Systemen wiederhergestellt werden.
Die meisten Undichtigkeiten entstehen durch kleine Details, die während der Montage häufig unbemerkt bleiben. Eine Schraube ohne geeignetes Dichtungselement, eine durch UV-Strahlung gealterte Dichtung oder ein Dichtstoff, der nicht mit dem Dachmaterial kompatibel ist, können dazu führen, dass Wasser nach und nach eindringt.
Anfangs bleiben die Folgen meist unbemerkt. Mit der Zeit beeinträchtigt die Feuchtigkeit jedoch die Dämmung, fördert Korrosion und verkürzt die Lebensdauer der gesamten Anlage.
Aus diesem Grund sollte die Dichtheit nicht als Zusatzfunktion betrachtet werden, sondern als ebenso wichtiger Faktor wie die mechanische Tragfähigkeit des Befestigungssystems.
Zu den häufigsten Ursachen für Undichtigkeiten zählen:
- Verwendung eines für den Dachtyp ungeeigneten Befestigungssystems.
- Montage der Schrauben ohne geeignetes Abdichtungssystem.
- Einsatz minderwertiger Dichtungen oder Dichtstoffe.
- Falsches Anzugsdrehmoment.
- Improvisierte Lösungen während der Montage.
Daher ist es entscheidend, neben der mechanischen Stabilität der Anlage jeden Dachdurchdringungspunkt zuverlässig abzudichten.
Die Befestigungspunkte: der kritischste Bereich der Anlage
Bei jeder Photovoltaikanlage stellen die Stellen, an denen die Befestigung das Dach durchdringt, das größte Risiko für Undichtigkeiten dar.
Gleichzeitig sind diese Bereiche dauerhaft Bewegungen ausgesetzt, die durch thermische Ausdehnung, Windlasten oder die anlagentypischen Schwingungen entstehen.
Das Abdichtungssystem muss daher seine Elastizität und Anpassungsfähigkeit über viele Jahre hinweg bewahren – selbst unter anspruchsvollen Witterungsbedingungen.
Eine hochfeste Schraube allein reicht deshalb nicht aus. Entscheidend ist, dass das Befestigungssystem Teil einer speziell für Photovoltaikanwendungen entwickelten Gesamtlösung ist, bei der alle Komponenten zusammenwirken, um sowohl die strukturelle Stabilität als auch die Dichtheit des Daches sicherzustellen.
Das richtige Befestigungssystem für den jeweiligen Dachtyp wählen
Jeder Dachtyp weist unterschiedliche Eigenschaften auf und erfordert daher eine spezifische Befestigungslösung. Die richtige Wahl von Anfang an erhöht die strukturelle Sicherheit und reduziert gleichzeitig das Risiko von Undichtigkeiten erheblich.
| Dachtyp | Wichtige Aspekte |
|---|---|
| Trapezblechdach | Befestigungen verwenden, die zur Blechstärke passen, sowie spezielle Dichtungskomponenten einsetzen. |
| Sandwichpaneel | Verhindern, dass Wasser in den Dämmkern eindringt, und gleichzeitig eine sichere Befestigung gewährleisten. |
| Ziegeldach | Spezielle Dachhaken und Halterungen verwenden, die sich an die Dachgeometrie anpassen und die Anzahl der Dachdurchdringungen minimieren. |
Wie man sieht, gibt es keine universelle Lösung. Die richtige Systemwahl verbessert nicht nur die Sicherheit der Anlage, sondern reduziert auch das Risiko späterer Schäden erheblich.
Abdichtungszubehör: kleine Komponenten mit großer Verantwortung
Ein häufiger Fehler besteht darin anzunehmen, dass ein herkömmlicher Dichtstoff ein speziell für Photovoltaikanlagen entwickeltes Abdichtungssystem ersetzen könne.
Tatsächlich hängt die Wasserdichtigkeit von der gesamten Verbindung ab – nicht allein vom verwendeten Dichtstoff.
EPDM-Dichtscheiben
EPDM-Dichtscheiben gehören zu den am häufigsten eingesetzten Abdichtungskomponenten in Photovoltaikanlagen.
Ihre Aufgabe besteht darin, den Befestigungspunkt elastisch abzudichten und so das Eindringen von Wasser zu verhindern, ohne die mechanische Festigkeit der Verbindung zu beeinträchtigen.
EPDM ist ein Elastomer mit hoher Beständigkeit gegen UV-Strahlung, Ozon, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen.
Dank dieser Eigenschaften bleibt das Material über viele Jahre elastisch und gewährleistet auch unter anspruchsvollen Umgebungsbedingungen eine zuverlässige Abdichtung.
Je nach Befestigungsart und Anwendung kommen unterschiedliche Lösungen zum Einsatz.
- Edelstahlscheibe mit vulkanisierter EPDM-Dichtung
Werden Befestigungen direkt auf ebenen Flächen wie Metallblechen, Sandwichpaneelen oder Profilen montiert, wird üblicherweise eine Edelstahlscheibe mit vulkanisierter EPDM-Dichtung wie die ARVUL A2 verwendet.
Sie verteilt die Anpresskraft gleichmäßig und sorgt für eine wasserdichte Verbindung zwischen den beiden Materialien, sodass kein Wasser über den Befestigungspunkt eindringen kann.
Darüber hinaus bietet der Edelstahlkörper eine hohe Korrosionsbeständigkeit und schützt die Dichtung vor mechanischem Verschleiß.


- Dichtscheiben für Stockschrauben
Bei Anlagen mit Doppelgewinde-Stockschrauben muss die Abdichtung an die besondere Geometrie angepasst werden.
Hier kommen Dichtscheiben wie ARS-P und ARS-S zum Einsatz, die den Durchgang der Stockschraube durch das Dach sowohl auf ebenen als auch auf gewölbten Oberflächen zuverlässig abdichten.
Ihre Konstruktion ermöglicht eine optimale Anpassung an die Dachoberfläche, während die Stockschraube in der Tragkonstruktion verankert wird. Dadurch bleibt die Abdichtung auch bei Bewegungen infolge thermischer Ausdehnung dauerhaft zuverlässig.


Butyl-Dichtbänder
Dank ihrer hohen Klebkraft passen sich Butyl-Dichtbänder kleinen Unebenheiten der Oberfläche an und bilden eine durchgehende Barriere gegen Wasser zwischen Dach und Unterkonstruktion.
Sie behalten ihre Eigenschaften auch nach langjähriger Bewitterung und tragen dazu bei, die Gesamtdichtheit des Systems zu verbessern.
Besonders geeignet sind sie für Indach- bzw. dachparallele Montagesysteme auf Metalldächern, wo sie das Eindringen von Wasser zwischen Montageschiene und Dachblech verhindern.
Wann empfiehlt sich der Einsatz einer Abdichtungsmembran?
EPDM-Dichtscheiben und Butyl-Dichtbänder lösen die meisten Abdichtungsanforderungen einer Photovoltaikanlage.
Eine zusätzliche Abdichtungsmembran bietet jedoch einen weiteren Schutz, der die langfristige Dichtheit erhöht.
Ihr Einsatz ist grundsätzlich empfehlenswert und bei bestimmten Anwendungen unverzichtbar.
Dies gilt insbesondere für Anlagen auf Ziegel- oder Keramikdächern, bei denen die Dachdeckung zur Montage der Befestigungen durchbohrt werden muss.
Beim Bohren können feine Risse oder Mikrorisse entstehen, die zunächst kaum sichtbar sind, später jedoch zu Eintrittsstellen für Wasser werden.
Auch bei der Verwendung von Doppelgewinde-Stockschrauben ist der Einsatz einer Abdichtungsmembran sinnvoll, da diese die äußere Dachschicht durchdringen und in der Tragkonstruktion verankert werden.
Man kann es mit zusätzlichem Regenschutz vergleichen: Ein Regenschirm schützt zuverlässig, eine Regenjacke bietet jedoch eine weitere Sicherheitsebene. Ebenso sorgt die Kombination aus Abdichtungszubehör und Abdichtungsmembran für maximale Sicherheit auch unter anspruchsvollen Bedingungen und erhöht die Lebensdauer der gesamten Anlage.
Innerhalb unseres Sortiments an Solarbefestigungen wurde die Abdichtungsmembran MS-IS auf Basis der W-PROTEK-Technologie speziell entwickelt, um kritische Bereiche von Photovoltaikanlagen zuverlässig abzudichten.
Ihre Hybridformulierung gewährleistet eine ausgezeichnete Haftung auf Materialien wie Aluminium, Stahl, Beton, Faserzement, Keramik oder Holz und bildet eine durchgehende wasserundurchlässige Barriere, die auch nach jahrelanger Bewitterung ihre Elastizität und Haftfähigkeit beibehält.
Welchen Einfluss hat die Materialqualität auf die Dichtheit einer Photovoltaik-Unterkonstruktion?
Die Dichtheit einer Anlage hängt nicht allein von der fachgerechten Montage am Installationstag ab.
Die eigentliche Herausforderung besteht darin, diese Wasserdichtigkeit über zwanzig oder dreißig Jahre aufrechtzuerhalten.
Während dieser Zeit sind sämtliche Komponenten dauerhaft Regen, Feuchtigkeit, Sonneneinstrahlung, starken Temperaturschwankungen, Frost, Wind und den Bewegungen des Daches durch thermische Ausdehnung ausgesetzt.
Deshalb ist der Einsatz hochwertiger Materialien eine Investition in die Langlebigkeit.
Korrosionsbeständige Aluminiumprofile, Hochleistungsbeschichtungen bei Verbindungselementen oder Edelstahl in besonders aggressiven Umgebungen tragen dazu bei, sowohl die mechanische Stabilität als auch die Dichtheit des Systems über dessen gesamte Lebensdauer zu erhalten.
Fünf Fehler, die Undichtigkeiten verursachen können
Auch hochwertige Materialien können eine fehlerhafte Montage nicht ausgleichen.
Zu den häufigsten Fehlern, die unsere Techniker bei der Installation von Photovoltaikanlagen feststellen, gehören:
1. Zu starkes Anziehen der Dichtungen.
Ein zu hohes Anzugsdrehmoment kann die EPDM-Dichtung verformen und ihre Dichtwirkung beeinträchtigen.
2. Verwendung von Zubehör, das nicht für Photovoltaikanwendungen entwickelt wurde.
Speziell für Solaranlagen entwickelte Komponenten gewährleisten eine dauerhaft zuverlässige Abdichtung.
3. Unzureichende Vorbereitung der Oberfläche vor dem Abdichten.
Vor dem Aufbringen eines Dichtbandes oder einer Abdichtungsmembran muss die Oberfläche sauber sowie frei von Staub, Fett, Moos, Schimmel oder anderen Verunreinigungen sein.
Dies ist insbesondere bei Ziegel- und Keramikdächern von großer Bedeutung.
4. Verwendung eines ungeeigneten Befestigungssystems.
Ein für andere Anwendungen entwickeltes Befestigungssystem kann die Dichtheit der Dachdurchdringung beeinträchtigen und das Risiko von Undichtigkeiten erhöhen.
5. Behinderung der natürlichen Wasserableitung.
Eine ungünstige Anordnung der Unterkonstruktion oder der Kabel kann den natürlichen Wasserablauf auf dem Dach behindern.
Bleibt Wasser über längere Zeit stehen, steigt das Risiko von Undichtigkeiten und die Abdichtungselemente altern schneller.
Die Dichtheit gehört zu den wichtigsten Anforderungen jeder Photovoltaikanlage auf dem Dach.
Sie hängt nicht von einem einzelnen Produkt ab, sondern vom Zusammenspiel eines geeigneten Befestigungssystems, hochwertiger Abdichtungskomponenten, erstklassiger Materialien und einer fachgerechten Montage.
Ein komplettes System, das speziell für Solaranwendungen entwickelt wurde, hilft nicht nur, Undichtigkeiten zu vermeiden, sondern reduziert auch den Wartungsaufwand, verhindert kostspielige Reparaturen und maximiert die Lebensdauer sowohl der Photovoltaikanlage als auch des Daches.
INDEX entwickelt ein umfassendes Sortiment an Lösungen für Photovoltaikanlagen – von Befestigungssystemen und Unterkonstruktionen über Abdichtungszubehör bis hin zu Abdichtungsmembranen – und bietet damit für jeden Dachtyp und jedes Projekt die passende Lösung.